Von Neiden und Beneiden

Ich sitze in der Sonne und denke, schöner geht ja gar nicht. Da macht es BING und auf meinem Handy läuft ein Video ein. Überschrift: "Damit du siehst, wie schön wir es heute hatten. Zetti, Dreiländer Treffen"

Jaufenpass: Er ist der nördlichste italienische Alpenpass, liegt im Herzen Südtirols und lässt alle Motorradfahrer und Autofahrerherzen höher schlagen. Meines sowieso. Die atemberaubende Aussicht auf dem Pass „verzückt“ zahlreiche Südtirol-Urlauber Jahr für Jahr.

Hofmatt Joch, Mezzocorona oder bis 1902 Mezzotedesco (Deutschmetz) im Etschtal, unter den hohen Felswänden des Monte di Mezzocorona. Corona ist ein altes Wort für Fels, Felswand oder auch Felsenhöhle.

Trattoria Vecchia Sorni: Die Nummer 1 unter den 20 Restaurants in Lavis. Einfach genial. Wenn ich könnte, ich würde da jeden Tag hin.

Das Val die Cembra (deutsch: Zimmerstal), durch das der Avisio fließt. Eine vom Weinbau geprägte Region, im Westen vom Etschtal, im Süden vom unteren Fersental, im Osten von der Hochebene von Piné umschlossen.

Dann noch das Lavazei Joch, südöstlich von Bozen in Blickweite der Dolomiten. Die Umgebung der Passhöhe zeigt sich eher als Hochebene denn als Pass. Skilangläufer lieben Sie, Motorsport Enthusiasten genauso. 

Beeindruckend ist die Aussicht auf der Passhöhe: Es gibt einen wunderbaren Rundblick vom Ortlermassiv über die Gletscher des Alpenhauptkammes bis hinüber zum Rosengarten und zum Schlern-Massiv.

Ich komme ins grübeln - ich neide nichts und niemandem etwas - aber ich beneide diese ZETTIS - das ist schon großes Kino, was sie da erlebt haben. Na ja, morgen müssen sie abreisen - ich darf bleiben und grüble weiter: Ob sie im nächsten Jahr wohl wieder kommen, diese netten und motorsport-begeisterten BMW Freunde aus drei Ländern?

Ein See wie ein Denkmal


Kann ein See auch ein Denkmal sein? Er kann, zumindest wenn es der Lago di Braies ist. Kennen Sie nicht? Na vielleicht besser bekannt als Pragser Wildsee. Einer der schönsten Bergseen überhaupt. Er liegt wenige Kilometer südlich des Hochpustertals zwischen Bruneck und Toblach in den Pragser Dolomiten. Er ist Teil des Naturparks Fanes-Sennes-Prags und damit ein geschütztes Naturdenkmal.

Glasklares Wasser, herrliche grün und Blautöne - mehr Kunstwerk als Denkmal. Und heute eines unserer Ziele. Wir umrunden ihn, erleben den Sella Pass, den Pordoi und auch den Furkel Pass Die letzteren auch so schön, die könnten ebenfalls ein Denkmal sein - aber wahrscheinlich sind sie einfach viel zu groß, als dass sie die Unesco zum Weltkulturerbe oder Denkmal machen könnte. Für uns Südtiroler sind sie es allemal - und für die "Zetti's" jetzt hoffentlich auch.


Vino e biciclette

Die Kalorien für das phantastische Mittagessen sind wohl verdient. Bei strahlendem Sonnerschen per E-Bike nach Brixen, durch Apfel- und Weinplantagen. Die Natur mit der Nase aufnehmen, die blühenden Wiesen, der Geruch der Apfelbäume in ihrer Blüte. Zusammen Spaß haben - was für ein genialer Urlaubstag. Immer wieder von der geplanten Route abgewichen, um der Natur ganz nah zu sein.

Und weil Radfahren durstig macht, hat Alexander die perfekte Lösung: Er ist Chef im "Sunnegg" - einem Weinbaubetrieb mit langer Familientradition. Angebaut wird Sylvaner und Kerner, dazu der sehr spezielle und rote Zweigelt. Großvater Hermann hat die Weinreben schon veredelt, heute macht es Enkel Alexander mit ihm.

In Vino veritas.

Mythos Bergrennen

Es ist ein ganz besonderer Mythos, der von den Bergrennen in Südtirol ausgeht. Sie haben Geschichte geschrieben, haben Opfer gefordert, haben Herausforderungen geboten wie keine andere Rennstrecke überhaupt. Fahrer, deren Namen noch heute Heldenverehrung erfahren. Wie der mehrfache Europameister Mauro Nesti, der wie kein anderer mit der Südtiroler Bergrennen-Tradition gleichgesetzt wird. Heute fahren wir auf den Strecken, die ihn berühmt gemacht haben. 

Heute wird's auch für uns schnell: Über Trient geht es zur alten Bergrennstrecke, hinauf zum Monte Bondone, und wieder hinunter an den See: 

Lago Cavedine und auch der Lago Molveno gehören zum Tourprogramm. Das Grün und das glasklare Wasser - Farben, als wären sie gar nicht wahr. Es duftet in den Apfelplantagen an denen wir verbeifahren, hinauf zum Mendelpass und später auch dem Penegal. Der Rundumblick ist der Hammer - einer der schönsten in den Dolomiten. Da geht das Herz auf.

Die Krönung folgt wie immer zum Schluss: Das Penserjoch und weiter durch das Sarntal - die wohl längste Strasse Südtirols. Sie will kein Ende nehmen und tut es dann doch: Beim Trientna an der Hausbar.